Voith hat das bei Schienenfahrzeug-Lieferanten begehrte HPQ-Zertifikat für die „Herstellerbezogene Produktqualität" (HPQ) von der Deutschen Bahn (DB) erhalten. Die DB zertifiziert damit das Fügen von Radsätzen bei Voith.

An insgesamt drei Tagen versicherten sich die Qualitätsprüfer der DB bei Voith in Heidenheim, wie dort Radsätze gefügt und weiter verarbeitet wer-den. Voith ist der bislang einzige unabhängige Getriebehersteller, der nach diesem aufwändigen HPQ-Prüfverfahren von der Deutschen Bahn ausgezeichnet wurde und ab sofort in der „Liste für qualifizierte Lieferanten" geführt wird.

Seit 2011 fügt Voith mit einer eigenen Radsatzpresse am Standort Heidenheim Radsätze. Zu den angebotenen Leistungen gehören neben dem Engineering somit auch Montage und Komplettierung von Radsätzen unterschiedlichster Bauarten. Auf dieser Radsatzpresse können Spurweiten von 750 bis 1.676 Millimeter und eine maximale Radsatzmasse von 7,5 Tonnen gefügt werden.

Das Fügen und Montieren von Radsätzen aus einer Hand bedeutet für die Schienenfahrzeughersteller eine enorme Zeitersparnis und Sicherheit. Aufwändiges Koordinieren der einzelnen Radsatzkomponenten entfällt, zudem reduziert sich das Beschädigungsrisiko durch den Transport, wodurch die Qualität des Produkts erhöht wird. Außerdem übernimmt Voith die Prüfverantwortung der Komplettradsätze. Dies gibt den Fahrzeugherstellern Produktsicherheit.

Voith fügte und montierte schon Komplettradsätze für die Straßenbahn in Helsinki, für zahlreiche Metrofahrzeuge in Indien wie auch für Triebwagen in Indonesien. Auch wurden 570 Komplettradsätze für eine 132 Tonnen schwere Güterzuglok der südkoreanischen Betreibergesellschaft Korail von Voith entwickelt, gefügt und geliefert.

Das HPQ-Zertifikat der DB ist nicht typgebunden und in der Schienenfahrzeugbranche ein Qualitätsbenchmark. Voith erfüllt mit seinem Kompetenzzentrum zum Fügen und Montieren von Radsätzen auch den britischen Standard RISAS, der ebenfalls sehr hohe Qualitätsstandards vorschreibt.